Vortrag digital: Kinder für die Zukunft stärken

Die Veranstaltungsreihe zu unserem Jubiläum geht weiter, diesmal digital. Am Donnerstag, den 11. Nov. um 19.00 Uhr möchten wir Sie ganz herzlich zum Online-Vortrag „Kinder und Jugendliche für die Zukunft stärken. Was sie in Zeiten der Pandemie wirklich brauchen“ mit Dr. med. Karin Michael, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und Oberärztin der Kinderambulanz am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, einladen!

Dr. Michael wird anhand ihrer Praxiserfahrung und wissenschaftlicher Studien zeigen, welchen Schaden Kinder und  Jugendliche während des Lockdowns genommen haben, bzw. wieder nehmen könnten, und freut sich, anschließend mit Ihnen ins Gespräch zu kommen, Ihre Fragen zu beantworten, zu Ihren geteilten Erfahrungen Stellung zu nehmen, Anregungen zu geben usw. Es liegt ihr daran, im direkten Austausch mit Ihnen zu erarbeiten, was unsere Kinder und Jugendlichen jetzt ganz konkret brauchen.

Der Vortrag mit Diskussion bildet gleichzeitig den Auftakt zum diesjährigen Begabungstag, den das Augsburger Bildungsbündnis immer im November veranstaltet. Bitte über www.begabungstag.de anmelden. 

Wir freuen uns auf rege Beteiligung! Streaming am 11.11. über die Bildungsplattform: fwaux.de/begabungstag

Jubiläumsvortrag von Florian Osswald

Wir freuen uns sehr, dass wir Florian Osswald, den Leiter der Pädagogischen Sektion an der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum bei Basel, für einen Festvortrag gewinnen konnten, zu dem wir Sie ganz herzlich einladen möchten: „Schule zwischen Form und Freiheit“ am Donnerstag, den 30.09.2021 um 19:30 Uhr im Festsaal.

Florian Osswald hat schon viele Schulen besucht und beraten, und er beobachtet immer wieder, dass diejenigen Schulen ihre Schüler und Schülerinnen am besten für die Welt von morgen mit all ihren Herausforderungen vorbereiten und ertüchtigen, die – im Bild gesprochen – Werkstatt bleiben und nie fertig sind. Wo Freiheit bedeutet, dass die Arbeit mit den Wurzeln zu immer neuen Formen führt.

Die Bereitschaft, sich von Erreichtem und Bewährtem auch wieder zu trennen, weil, wie es zu Beginn unseres Leitbilds heißt, jedes Kind Zukunftsimpulse in die Welt trägt, erfordert Mut, Energie und Kreativität, aber auch Achtsamkeit, denn alle in der Gemeinschaft wollen einbezogen und mitgenommen werden. Um diese Spannungsfelder und den Umgang mit ihnen wird es in dem Vortrag gehen. Individuelle Entwicklung benötigt Freiheit. Die Gemeinschaft, welche diese ermöglicht, gelingt durch Geschwisterlichkeit, d.h. durch die Wahrnehmung und Berücksichtigung der Bedürfnisse eines jeden Mitglieds. Den Ausgleich zwischen beiden Polen schafft das Gespräch im weitesten Sinne.

Daraus gestalten sich – vergängliche – Formen. Die Pädagogische Sektion hat zur Aufgabe, die anthroposophisch inspirierte Pädagogik zu erforschen und weiterzuentwickeln, neue Impulse zu setzen und die Kollegien in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. Diese Aufgabe vollzieht sich im internationalen Dialog.

Florian Osswald leitet die Sektion seit 2011 zusammen mit Philipp Reubke. Er selbst war zuerst Ingenieur für Verfahrenstechnik, bevor er in die Heilpädagogik ging, dann 24 Jahre lang Mathematik und Physik an einer Waldorfschule unterrichtete und als Berater für Waldorfkollegien international tätig war.

Wir feiern 2021 40 Jahre Freie Waldorfschule Augsburg

Was vor 40 Jahren auf einem Feld in der Hammerschmiede mit 5 Klassen und 12 Lehrer:innen in einem von Eltern und Lehrer:innen erbauten Schulhaus begann, ist heute eine große moderne digitale Schule mit rund 400 Schülern und über 80 Mitarbeitenden. Die Schüler:innen kommen aus Augsburg oder von weiter her, manche Familien nehmen Anfahrten von bis zu 35 Kilometern in Kauf. Die Freie Waldorfschule mit ihrem besonderen Profil nimmt einen wichtigen Platz in der Augsburger Bildungslandschaft ein.

„Wegen der Generalsanierung unseres großen Schulhauses und der Pandemie werden wir keine große Feier veranstalten, sondern unser Jubiläum mit verschiedenen einzelnen Veranstaltungen über das Schuljahr verteilt feiern“, erklärt Dr. Alexander Mattheus, Geschäftsführer der Schule und Kindergärten. Den Anfang der Feierlichkeiten bildet der Vortrag des Waldorfexperten Florian Osswald, der am Donnerstag, 30. September um 19:30 Uhr über „Schule zwischen Form und Freiheit“ sprechen wird. Im Laufe des Schuljahres sollen sich Konzerte, Ausstellungen und weitere Vorträge anschließen.


Spazzacamino – Achtklassstück

Elementar für die Schulzeit an der Waldorfschule ist das Einstudieren eines vollständigen Theaterstücks in der 8. und 12. Klasse. Zur Theaterarbeit gehören neben dem Spielen auf der Bühne auch die selbst geschneiderten Kostüme, das Bühnenbild, Licht und Ton. An unserer Schule kam jetzt das Stück „Spazzacamino – Die Schwarzen Brüder und Schwestern“ auf die Bühne. Das Theaterstück nach dem Roman von Lisa Tetzner präsentierten die Achtklässler:innen an diesem Wochenende ihrem Publikum. In unterschiedlichen Besetzungen erzählte die Klasse die Geschichte des 13-jährigen Giorgio aus dem Tessin, der von seiner notleidenden Familie als Kaminfegerjunge nach Mailand verkauft wird und sich einer Jungendbande, den „Schwarzen Brüdern und Schwestern“, anschließt. Eine schöne, ausdrucksstarke Aufführung! Vielen Dank allen Mitwirkenden auf und hinter der Bühne! Fotos: Alexander Meyer.

Gott, Roboter, Mode

Die diesjährigen Präsentationen der Jahresarbeiten der 11. Klasse haben als Hybridveranstaltung stattgefunden. Neben der begrenzten Zuschauerzahl im Saal konnte eine unbegrenzte Menge an Zuschauern die Präsentationen per Livestream verfolgen. Bei den theoretischen Arbeiten gab es unter anderem die Themen „Ultraorthodoxes Judentum“ – „Der Verdauungstrakt“ –„Ökologische Landwirtschaft“ – „IT-Infrastruktur“ –„Antriebskonzepte für Pkw“ – „Robotik“ – „Hanf als Nutzpflanze“. Auch die praktischen Arbeiten zeigten thematisch eine große Bandbreite: zum Beispiel Möbelbau, Analoge Fotografie, Mondscheinsonate, Spinnenroboter, Sketche, Malerei oder Design eines PC-Gehäuses. Fotos von Angelika Lonnemann und Ulf Geier.

Das große Raumwechseln

Nachdem die Kinder sich an Johanni feierlich vom Unterstufenbau verabschiedet haben, fand am Wochenende der große Auszug der Klassen 1 bis 4 statt. Auch Klasse 5 und 6 mussten umziehen, das war ein geschäftiges Wochenende! Die Klassen 1 bis 4 sind jetzt im Kleinen Schulhaus:
• Klasse 1 in der ehemaligen GTS
• Klasse 2 in der ehemaligen Metallwerkstatt
• Klasse 3 in der ehemaligen 5. Klasse
• Klasse 4 im ehemaligen Musikraum
• Klasse 5 bezieht gleich das 6-Klasszimmer
• Klasse 6 geht zwischenzeitlich in Kleinen Saal – und anschließend in Klasse 7 regulär
• A.018 (zwischenzeitlich Notküche) wird jetzt zum Raum für Heileurythmie
• Arztzimmer und Heileurythmie im Gr. Haus bleiben noch bestehen, werden aber aufgrund des Baulärms nicht durchgängig zu nutzen sein
• Der Musikraum ist jetzt dann im Gr. Haus in D.103 (ehemals 12-Klasszimmer)
• 12 Abi, 12 MR und 13 werden je nach Belegungsstärke auf die übrigen Räume verteilt
• Hierfür wird auch der Gruppenraum D.307 über die Sommerferien bereits nochmals vergrößert (Mauer-Abriss) und mit Medientechnik ausgestattet.
• In der kommenden Woche werden die Unterstufenzimmer vollständig geleert (Ausbau Möbel etc….)
• In der Woche darauf beginnen die Arbeiten an der Baustraße, welche über das angrenzende Feld westlich über die Albrecht-Dürer- Str. führt.
• Im Anschluss starten die Stabilisierung- arbeiten des Untergrundes um die alte Unterstufe herum.
• Der eigentliche Abriss beginnt am 19. Juli

Bewegungskunst ins Leben

Essay „Erziehung zur Freiheit“ von Werner Korschinsky

Werner Korschinsky ist Lehrer unserer Schule und unterrichtet Mathematik, Physik, Astrophysik und Feldmessen in der Oberstufe. Er hat einen höchst lesenswerten Essay mit dem Titel „Erziehung zur Freiheit“ geschrieben. Wir zitieren hier die ersten Absätze und bieten dann den gesamten Text zum Download an.

In unserem Informationsblatt zur Oberstufe (siehe Homepage) steht gleich zu Beginn als Leitidee: „Der pädagogische Schwerpunkt der Arbeit in der Oberstufe liegt auf der ‚Erziehung zur Freiheit‘“. Erläutert wird diese Idee durch einen Satz aus dem philosophischen Hauptwerk Rudolf Steiners „Die Philosophie der Freiheit“: „Eine Handlung wird als eine freie empfunden, so weit deren Grund aus dem ideellen Teil meines individuellen Wesens hervorgeht.“ Was das bedeutet, welche pädagogischen Konsequenzen sich daraus ergeben und wie sich diese in den Klassenstufen der Oberstufe differenzieren, soll hier dargestellt werden.
Am Freiheitsbegriff scheiden sich die philosophischen Geister. Gleichwohl ist Freiheit der welt-weit von allen Menschen anerkannteste und am stärksten herbeigesehnte Aspekt ihrer Würde als Mensch (vgl. auch Grundgesetz Art. 1 und 2), dem die Regierungen aller Staaten mehr und mehr Rechnung zu tragen haben, wollen sie nicht anachronistisch sein und damit langfristig das Volk gegen sich aufbringen. Es ist an der Zeit, dem Menschen die Freiheit zur persönlichen Entwick-lung und Entfaltung im vollen Umfang in die eigenen Hände zu legen.
Äußere Zwänge sind es aber nicht allein, die Freiheit verhindern. Darum streiten gerade die Philo-sophen, ob Freiheit überhaupt denkbar ist oder nur eine Schimäre, weil der Mensch die Notwen-digkeiten nicht abschütteln kann, denen er durch seine menschliche Verfasstheit, seine „conditio humana“, unweigerlich ausgeliefert ist. Rudolf Steiner versteht aber unter dieser menschlichen Verfasstheit stets etwas Vorläufiges, Entwickelbares.