Eingewöhnung

Zeit für Eingewöhnung und Bindungsaufbau

Der Übergang vom Elternhaus in die Krippe (Wiegestube) bedeutet für die meisten Kinder den ersten Ablöseprozess. Die Zeit der Eingewöhnung ist eine sehr sensible Phase für Kind, Eltern und Erzieherin, eine Zeit der Ungewissheit, starker Gefühle, des gegenseitigen Kennenlernens.

Der behutsame Aufbau einer tragfähigen Beziehung zwischen dem Kind und der neuen Bezugsperson steht im Mittelpunkt. Sie müssen miteinander vertraut werden. Dazu gehört die Anwesenheit eines Elternteils für einen gewissen Zeitraum von mindestens 6 Tagen.

Die Pflege des Kindes ist während dieses Zeitraumes noch ganz in der Hand der Mutter / des Vaters, die Erzieherin nimmt teil / begleitet.

In den nächsten zwei bis drei Wochen verlängern die Mutter / der Vater nach und nach die Zeitspanne, in der sie das Kind allein der Krippenbetreuung überlassen. Die pflegerischen Handlungen werden allmählich von der für das Kind zuständigen Bezugsperson übernommen. Kleinkinder brauchen eine achtsame, in kleinen Schritten vollzogene Eingewöhnung in die Gruppe. Die möglichen Schritte werden an dem Kind selbst abgelesen, so dass das gerade noch verarbeitbare Maß an Anforderung (Stress) nicht überschritten wird.

Ein verlässlich wiederkehrender Rhythmus z.B. bei Pflege und Versorgung, erleichtert es dem Kind, in die innige Vertrautheit und den Dialog mit der neuen Bezugsperson einzutauchen. Die Mutter / der Vater hat aber viel Gelegenheit, die Abläufe, das Spiel und den pflegerischen Umgang zu beobachten. Die Erzieherin (Bezugsperson des Kindes) widmet sich der Mutter / dem Vater und ist im Gespräch mit Ihnen und erleichtert der Mutter / dem Vater den schweren Schritt, ihr kleines Kind in fremde Hände zu geben.

Ein reger Austausch zwischen beiden Seiten ist die beste Grundlage, um sich der Individualität des Kindes zu nähern und seine spezifischen Bedürfnisse kennen zu lernen. Die Vertrauensbildung zu den Eltern erleichtert den Aufbau einer Beziehungssicherheit zu dem Kind. Eine gelungene Eingewöhnungszeit, die durchaus auch länger als vier Wochen dauern kann, ist die beste Voraussetzung für ein vertrauensvolles Zusammenklingen der beiden – für das Wohl des Kindes – zuständigen Seiten.

Vorbereitung der Eingewöhnung

Der erste Schritt geschieht, wenn die neuen Eltern schon vor der Aufnahme ihres Kindes den Informationsabend besuchen und die Wiegestube besichtigen. Daraufhin erfolgt ein ausführliches Aufnahmegespräch. Das Konzept der Wiegestube wird besprochen, wie auch alle Fragen und Anliegen der Eltern zur Betreuung. Somit ist eine persönliche Wahrnehmung gewährleistet. Einige Zeit vor Beginn der Eingewöhnung werden alle neuen Eltern zum ersten Elternabend eingeladen. Es ist ein gegenseitiges Kennenlernen der Elternschaft und auch ein Austausch mit den „alten“ Eltern. Anmeldungen für die Wiegestube werden das ganze Jahr entgegengenommen. Die Kinder werden in der Regel über das Jahr verteilt in die Gruppe aufgenommen.