Zum zehnten Mal Marokkobegegnung!

Am Sonntag, 21. Juli kommen 14 Schüler des „Lycée Al Farabi“ aus dem marokkanische Had Kourt in die Freie Waldorfschule, wo sie für zehn Tage bei Augsburger Schülern und deren Familien unterkommen. Es ist die zehnte Begegnung seit dem Beginn des Austauschprojekts, das die Geschichts- und Französischlehrerin Isabella Geier mit Chafik Graiguer, damals Philosophielehrer in Had Kourt, 2008 ins Leben gerufen hatte. Jährlich abwechselnd fliegen deutsche Schüler nach Marokko und marokkanische nach Augsburg. Das Besondere: jedes Mal wird neben der kulturellen und sozialen Begegnung immer auch gemeinsam gearbeitet, in diesem Jahr wird innerhalb der zehn Tage das Dach des Fahrradstellplatzes an der Waldorfschule begrünt, aus Sicherheitsgurten eine Hängematte gewebt, ein Energie-Fahrrad zum Aufladen von Handys und zwei Fotowände hergestellt, die einen Bayern und eine Marokkanerin darstellen. Anlässlich des Jubiläums sollten die Workshop-Ergebnisse der Stadt geschenkt werden, aber wegen mangelnder Sicherheitszertifizierung ist dies leider nicht möglich. Es sind kleinere Projekte, weil die Schüler auch an der Projektwoche der Schule teilnehmen, bei deren Workshops in der Regel nichts hergestellt wird. Am Freitag, den 26. Juli werden die Schüler mit ihren erwachsenen Begleitern im Rathaus empfangen, darüber hinaus sind Besichtigungen und Ausflüge unter anderem nach Nürnberg geplant. Weiterhin wird es geben Bootfahren in der Kahnfahrt, Arabisch bzw. Deutschunterricht, einen Theaterabend und ein interreligiöses Gespräch. 

„Es gibt keine Alternative zum direkten Dialog, wenn kulturelle Vorurteile abgebaut werden sollen.“ Davon ist Isabella Geier überzeugt, die nach den Anschlägen auf das Worldtrade-Center und die darauffolgende pauschale Verurteilung von Muslimen das Partnerschaftsprojekt mit dem islamischen Land initiierte. Das Projekt wurde im Herbst 2011 mit dem Zukunftspreis der Stadt Augsburg ausgezeichnet, und der Pädagogische Austauschdienst der Kultusministerkonferenz Bonn verlieh dem engagierten Team in Augsburg und Had Kourt ebenfalls mehrere Preise.

Veranstaltungshinweise

Im Rahmen des Marokkoprojektes findet auf dem Moritzplatz am Dienstag, 23. Juli ein Theater für Bewegungsfreiheit mit Riadh Ben Ammar statt. Ammar ist vor vielen Jahren als Flüchtling nach Deutschland gekommen und setzt sich mit seinen Stücken multiperspektiv mit den Folgen geschlossener Grenzen auseinander – mit sehr interessanten Rückschlüssen. Er lässt die Zuschauer auf einfache, aber packende Weise am sonst nicht erfahrbaren Innenleben Geflüchteter und ihrer Familien teilhaben und benutzt dafür u.a. die Technik des Schattenspiels.

Im Rahmen des Marokkoprojektes findet ein öffentliches interreligiöses Gespräch statt. Veranstalter sind die SPD Lechhausen und die Freie Waldorfschule Augsburg. Am Mittwoch, 24. Juli beginnt die Veranstaltung um 19:30 Uhr im Roten Eck, Jesuitengasse 1 in Augsburg. Auf dem Podium: Chafik Graiguer, Mitinitiator der Schulpartnerschaft, Philosophielehrer, Doktor der Religionsphilosophie, Nikola David, Kantor der liberalen jüdischen Gemeinden München und Stuttgart, sowie Leslie Seymor, katholische Diplomtheologin, pastorale Mitarbeiterin im Bistum Augsburg. Begrüßung: Angelika Lonnemann, Vorsitzende SPD Lechhausen, Moderation: Isabella Geier, Organisatorin Marokkoprojekt.