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Ir liabn meini singa ...

"Ir liabn meini singa samlet eng zsam gleiwia die krapfen in der pfann.
 Ir liabn meini singa trets zsam in a scheibn, - Ma wölln uns de wail mit singa vertreibn", so beginnt das Christgeburtsspiel. Seit Jahrzehnten spielt die Kumpanei der Freien Waldorfschule die "Oberuferer Weihnachtsspiele". 
Diese schlichten Spiele wurden etwa 1850 von Karl Julius Schröer wieder entdeckt und veröffentlicht. Benannt sind sie nach dem Entdeckungsort „Oberufer“, einem bis 1918/20 zu 77 % von Deutschen und zu 18 % von Ungarn besiedelten Dorf an der gleichnamigen Donaufurt. Rudolf Steiner gab eine leicht veränderte Fassung dieser Spiele heraus. Die Lehrer der ersten Waldorfschule in Stuttgart führten die Präsentation für die Schüler ein. Sie werden alljährlich in Waldorfeinrichtungen um die Weihnachtszeit aufgeführt.
Die Schauspieler der Augsburger Waldorfschule halten sich an den Originaltext, der sehr volksnah geschrieben und in einem donauschwäbischen Dialekte in Reimen abgefasst ist. Es wird dabei viel gesungen, allein oder in der Gruppe. Die ernsthafte Handlung ist zum Teil mit derbem Humor durchsetzt. Dazu kommt die volksnahe Verlagerung des biblischen Weihnachtsgeschehens in eine bekannte Umwelt. So beklagen im Christgeburtsspiel die Hirten auf dem Feld sich über die klirrende Kälte, rutschen wiederholt auf dem gefrorenen Boden aus und versuchen, sich gegenseitig ihre Handschuhe zu stibitzen, wobei vernachlässigt wird, dass es an dem originalen Schauplatz der Geschichte, in Palästina, im Winter sicherlich nicht friert.
Dem Spiel vorangestellt ist eine Huldigung an die Obrigkeiten und Autoritäten, an das Publikum und, in scherzhafter Form, auch an die notwendigen Requisiten, wie zum Beispiel den Hut. Dergleichen Huldigungen waren im Mittelalter bei fahrenden Schaustellern ebenso wie bei den Zünften, die solche Spiele aufführten, wohl nicht unüblich. Am Sonntag, 6. Januar folgt um 17 Uhr das Dreikönigsspiel.